Keine Zeit zum Küssen und Beten

Keine Zeit zum Küssen und Beten

Wussten Sie schon, dass Sie 24 Jahre Ihres Lebens verschlafen? 30 Jahre gehen für Fernsehen, Lesen und Internet drauf, fünf Jahre für Essen und Trinken. Im Vergleich dazu fallen die sieben Jahre, die wir arbeiten, kaum ins Gewicht…

Diese Zahlen standen kürzlich in der Evangelischen Zeitung unter der Überschrift „Eine deutsche Lebensbilanz“, ausgehend von einem 80jährigen Leben. Natürlich, das sind Durchschnittswerte. Wie heißt es doch so schön: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe“. Ich frage mich sowieso, wie man diese Zeiten erfasst. Allerdings, ein Anhaltspunkt sind sie schon, auch wenn jeder sein Leben individuell gestaltet. Ich zum Beispiel spare die eineinhalb Jahre für sportliche Betätigung ein. Erstaunlich finde ich, daß wir im Schnitt zweieinhalb Jahre im Auto verbringen, davon sechs Monate im Stau; was für eine Vergeudung wertvoller Lebenszeit. Ein Jahr nehmen wir uns Zeit für kulturelle Aktivitäten, neun Monate für Waschen und Bügeln und ebenso lange für´s Spielen mit den Kindern. Sitzen Sie auch sechs Monate auf der Toilette? Jeweils drei Monate verbringen wir in Kneipen und bei Vereinssitzungen.

Aber jetzt kommt´s. Raten Sie mal, was ganz am Ende der Skala steht. Mit jeweils zwei Wochen rangieren hier - Küssen und Beten. Das finde ich erschreckend, mehr Zeit lassen wir uns dafür nicht? Ist bloß der Durchschnitt, ich weiß, aber trotzdem ja ein Trend. Dabei wünscht sich jedes Gegenüber, daß man sich ihm zuwendet, sei es Gott oder der Lebenspartner. Vielleicht sollten wir uns zum Ziel machen, für´s Küssen und für´s Beten mindestens soviel Zeit aufzuwenden wie für Kneipenbummel – das sollte es uns wert sein. Ernennen wir den trüben November doch einfach zum Kuschel- und Gebetsmonat!

Frank Hasselberg, Pastor der Markusgemeinde Schneverdingen und der Friedenskirche Heber, Öffentlichkeitsbeauftragter des ev.-luth. Kirchenkreises Rotenburg

Konfirmanden 2014
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